Full text: Katalog der VI. Ausstellung

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SAAL I. 
1. Kakemono. Jizo, der Nothelfer, auf der Lotosblume sitzend, 
einen Stab „Shakujo” in der Rechten, in der Linken den 
Glückskrystall „Tama". Buddhistische Schule. i7.Jahrhun- 
dert. 
2. Zweiteilige Schiebethür. Alter Hofwagen unter blühendem 
Kirschbaum. (Diese Hofwagen werden bei historischen Festen 
von Ochsen gezogen.) Rückseite: Kaidobaum und Vögel. 
3. Musizierende Termins und der Nothelfer Jizo mit dem Stabe, 
kommen auf Wolken herabgeschwebt. Buddhistische Ma 
lerei. 16. Jahrhundert. 
4. Strassenscene in der Yoshiwara Yeddos. Schule Mataheis. 
17. Jahrhundert. 
5. Musizierende Tennins. Pendant zu Nr. 3. 
6. Weihrauchbecken. Grosser Hundslöwe. Ca. 700 Jahre alt. 
7. Hirsch mit nach oben gestrecktem Kopf hält eine tulpenför 
mige Vase im Maul. 
Wie fast alle Kunstzweige, so übernahmen die Japaner 
auch den Bronzeguss von den Chinesen, der mit dem zuneh 
menden Buddhismus immer mehr an Bedeutung und Aus 
dehnung gewann. Abgesehen von riesigen Buddhastatuen 
wie in Nara und Kamakura wurden Gottheiten, Glocken, 
Laternen, Räuchergefässe, Blumenvasen und Tempelgeräte 
aller Art aus Bronze angefertigt; ja man kann sagen, dass 
bis etwa zum 17. Jahrhundert die Kunst des Erzgusses fast 
ausschliesslich religiösen Zwecken diente und erst von diesem 
Zeitpunkt ab Gegenstände für den häuslichen Gebrauch ver 
fertigt wurden. 
Wie im Altertum in Europa, so wandten und wenden die 
japanischen Bronzegiesser das Verfahren des Gusses aus ver 
lorener Form an. Zu diesem Zweck wird ein Modell aus 
Wachs modelliert und auf dasselbe vermittelst eines Pinsels 
nasser Formsand aufgestrichen, der trocknen muss. Letzteres 
Verfahren wird oftmals wiederholt, bis eine dicke Schicht das 
zu giessende Modell umgiebt. Um der Schicht einen Halt zu 
verleihen, wird dieselbe mit Draht oder eisernen Bändern 
umwickelt und alsdann über Feuer gehalten, wo das schmel 
zende Wachs durch vorher angebrachte Abzugsrohren, die im 
Modell sitzen, abläuft. Nachdem durch diesen Prozess die
	        
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