Full text: Ausstellung von Gemälden aus dem Kreise Rembrandts

VERZEICHNIS DER AUSGESTELLTEN WERKE: 
(Ich gebe hier nur kurz die Namen der Bilder, ihre Provenienz, die Nach- 
weise etc., und werde einen ausführlichen Bericht demnächst in einer an- 
gesehenen reichsdeutschen Kunstzeitschrift veröffentlichen.) 
ı. DIE TAUFE DES KAMMERERS DER KONIGIN KANDACE. 
Gestochen von Van Vliet 1631. Das Original, das in der 
Jugend Rembrandts, zwischen 1626 und 1629, entstanden sein 
muß, galt bisher für verloren. Die in Oldenburg, Schwerin, 
Odessa vorhandenen Varianten stimmen mit dem Stich nicht 
überein. Trotzdem an dem hier ausgestellten Gemälde manche 
Schwächen unverkennbar sind, die wohl mit der Jugend des 
Künstlers entschuldigt werden müssen, zeigt das Werk doch 
in der Anordnung der Massen, in der Verteilung von Licht und 
Schatten, in der Behandlung der Typen, deren einige auf 
Modelle Rembrandts in der Leydener Zeit zurückgehen, schon 
die „Klaue des Löwen“. Die Art, wie die Stoffe, die Köpfe, 
der Hund etc. behandelt sind, veranlaßt mich, dieses Bild für 
das Original von Rembrandts Frühwerk zu halten. Unten 
Mitte verwischte Signatur RHL. 
2. DIEBEFREIUNG DES HL. PETRUS AUS DEM GEFÄNGNIS. 
Dieses Gemälde war vollständig übermalt. Nach Entfernung 
dieser späteren Zutaten kam das vorliegende Bild zu Tage, 
das ich für ein unvollendet hinterlassenes Spätwerk Rembrandts 
halte, sowohl aus technischen wie aus inhaltlichen Gründen. 
Rembrandt hat sich zeitlebens mit der Geschichte des Petrus 
beschäftigt. Schon ein Frühwerk zeigt. den Heiligen mit 
mehreren Soldaten; eine Radierung, den „Reuigen Petrus“, 
und das späte Gemälde „Petri Verleugnung“ in der Peters- 
burger Eremitage zeigt in Behandlung, Auffassung, Format etc. 
denselben Meister. Auch gibt es mehrere Vorstudien Rem- 
brandts sowohl für die Komposition wie für die einzelnen 
Figuren, u. a. eine Federzeichnung in der Wiener Albertina 
und eine sehr schön durchgeführte Feder- und Pinselzeichnung 
(Bister) im Frankfurter Städelschen Institut. 
 
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.