Full text: Zehn ungarische Maler - Ausstellung der ungarischen Maler Wilhelm Aba-Novák, Robert Berény, ...

UNGARISCHE MALER IN WIEN 
L. nicht nur Politiker, sondern auch Bilder reisen und ihr Land 
vertreten. Ihre Sprache ist schweigsam, aber vernehmlich und hat den 
Vorteil, nicht zweckbedacht zu sein. Nach der schönen Ausstellung 
österreichischer Kunst, die vor kurzem in Budapest zu sehen war, mag 
die freundschaftliche Kulturverbundenheit der beiden alten Donauländer 
diesmal durch einen Gegenbesuch ungarischer Gemälde in Wien be- 
kräftigt werden. Es soll jedoch fürwahr keine Staatsaktion und kein Aus- 
tausch formeller Geistesverbeugungen in Szene gesetzt werden. Wenn 
Österreicher nach Budapest oder Ungarn nach Wien kommen, bewegen 
sich solche Abstecher allemal mitten im innersten Donaukreis. Danubier 
unter sich: man ist in Wien wie in Budapest zu Haus. Eine gemein- 
same geschichtliche Vergangenheit von vielen Jahrhunderten bleibt fort- 
wirkend lebendige Wirklichkeit — trotz allen äusseren. Hemmungen, 
die ihrer zielstrebigen Kraft zur Zeit noch im Wege stehen. 
* 
Ungarn ist ein ‚kleines Binnenland, das von nicht ganz neun Millionen 
Menschen bewohnt wird. Die Perspektiven, unter denen sich die bild- 
nerischen Kräfte eines derart engen, rassisch und sprachlich isolierten 
völkischen Lebensraumes entfalten können, sind natürlich nicht an den 
gewaltigen Überlieferungen und Möglichkeiten der germanischen und 
romanischen Kulturen zu messen. Auch hat die technische Rüstung 
der Wirtschaft und des Verkehrs in Ungarn noch lange nicht den west- 
lichen Grad erreicht, bei dem die Maschine zur ernsten Gefahr für die 
Natur und zur Quelle neuer schöpferischer Spannungen für die Kunst 
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