Full text: Gemalt für Kaiser Ferdinand I. von Österreich: I due Foscari von Michelangelo Grigoletti (Curator’s Choice, Nr. 1, 2022)

SABINE GRABNER CURATOR‘S CHOICE 
01/2022 
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Joseph Preleuthner , „Ueber einige nachträglich eingesendete Gemälde der Wiener Kunstausstellung“ , in: Wiener­ Zeitschrift­ für­ Kunst,­ Literatur,­ Theater­ und­ 
Mode, Nr. 120, 17 .6. 1843, S. 955. – Vgl. dazu Elisabeth Braunshier , Die­ Oper­ als­ Bildprogramm.­ Studien­ zum­ Œuvre­ von­ Francesco­ Hayez, ungedr. phil. Diss. , 
Wien 2017. 
Franc esco Hayez,­Die­letzte­Zusammenkunft­von­Jacopo­Foscari­mit­seiner­Familie­(Die­zwei­Foscari), Öl auf Leinwand, 165 × 233 cm, Collezioni della Fondazione 
Cariplo, ehemals kaiserliche Gemäldegalerie, Wien, Inv.-Nr. 1336, und Österreichische Galerie, Wien, Inv.-Nr. 2819. Hayez präsentierte dieses Bild 1840 vor dem 
Transport nach Wien in der Brera und hatte damit großen Erfolg. Rückblickend notierte er in seinen „Memorie“, er hätte sich besonders bemüht, die Anerkennung der 
deutschen Maler in Wien zu erwerben („Me ne sono tosto occupato con la mia passione pieno di ardore artistico unito, lo con fesso ad una certezza di guadagnarmi 
la stima dei pittori tedeschi di Vienna“); zit. nach Fernando Mazzocca (Hg.), Francesco­Hayez (Ausst.-Kat. Gallerie d’Italia, Mailand), Mailand 2015, S. 216. 
Vgl. dazu die Listen der in Mailand und in der Accademia Carrar a in Bergamo erworbenen Werke (HHStA , OKäA-B, 1838, Rubrik 44, Zl. 1534 und 1844, Rubrik 44, 
Zl. 265) sowie derjenigen, die Ferdinand I. aus Venedig mitbrachte (HHStA , OKäA-B, 1838, Rubrik 44, Zl. 2136) . 
Albrecht Krafft, Die­moderne­Schule­der­k.­k.­Gemälde-Gallerie, Wien 1850. 
Andrea Appiani, Boas­und­Ruth, Öl auf Leinwand, 181 × 146 cm, ehem. kaiserliche Gemäldegalerie, Wien, Inv.-Nr. GG_12 28. 
Pompeo Calvi,­ Der­ alte­ Fischmarkt­ in­Rom, Öl auf Leinwand, 78 × 95 cm, ehem. kaiserliche Gemäldegalerie Wien, Inv.-Nr. GG_1259, sowie ehem. Ös t errei chische 
Galerie Belvedere, Wien, Inv.-Nr. 2780, und Das­Innere­des­Domes­von­Monza, Öl auf Leinwand, 74,5 × 60,3 cm, ehem. kaiserliche Gemäldegalerie, Wien, Inv.-Nr. 
GG_1260, sowie ehem. Österreichische Galerie Belvedere, Wien, Inv.-Nr. 2781. Beide heute in der Residenzgalerie Salzburg. 
Domenico Induno,­Samuel­salbt­den­vor­ihm­liegenden­David, Öl auf Leinwand, 128 × 188 cm, ehem. kaiserliche Gemäldegalerie, Wien, Inv.-Nr. GG_ 1345. 
Giuseppe Molteni, Die­Beichte, Öl auf Leinwand, 173 × 141 cm, ehem. kaiserliche Gemäldegalerie, Wien, Inv.-Nr. GG_1389 . 
Giuseppe Diotti, Der­ Judaskuss, Öl auf Leinwand, 164 × 224 cm, ehem. kaiserliche Gemäldegalerie, Wien, Inv.-Nr. 1275, heute Österreichische Galerie Belvedere, 
Wien, Inv.-Nr. 2844. – HHStA, OKäA-B, 1841, Rubrik 44, Zl. 386, 1316, 1841. Dem Maler wurde ein Honorar von fünftausend Gulden CM ausgezahlt. 
Innocenzo Fraccaroli, Bethlehemitischer­Kindermord, 1847, Marmor, heute Kunsthistorisches Museum, Wien, Inv.-Nr. KK_6147. 
Benedetto Caccia to ri, Madonna­mit­Christus­und­heiligem­Johannes, 1845, Marmor, heute Kunsthistorisches Museum, Wien, Inv.-Nr. KK_5489. 
Gaetano Monti, Iris­als­Regenbogengöttin, 1841, Marmor, heute Kunsthistorisches Museum, Wien, Inv.-Nr. KK_5503. 
Democrito Gandolfi, Jakob­und­Rahel­am­Brunnen, entstanden vor 1848, Marmor, heute Kunsthistorisches Museum, Wien, Inv.-Nr. KK _6152. 
Romanticismo war, und vermisste die straff e, sich selbst erklärende Komposi- 
tion. Jos eph Pr eleuth ner , der R ezensent der Wiener­Zeitschrift, meinte sogar, 
Grigolettis Gemälde würde „kaum über eine gut dargest el lte T h eaterscene“ 
hinausragen, 8 und verglich es mit der Inter pretat ion desselben Themas von 
Francesco Hayez. 9 
Dieses Werk von Hayez war ebenfalls auf Wunsch Kaiser Ferdinands I. 
entsta nden und ab 1840 in der kaiserlichen Gemäldegalerie im Ob eren 
Belvedere zu s ehen. E rsta unlich dabei ist, dass Hayez wie Grigoletti die Wahl 
des Sujet s freigestellt gew esen war und dass beide, sowohl der in Mailan d 
lebende Hayez als auch der in Venedig arbeitende Grigoletti, zur Erfüllung 
des allerhöchsten Auftrag s einen Gegenstand wählten, der die Schwäche 
eines Herrschers thema tisier te. 
Neben diesen beiden Historienbildern traf en in den Jahren nach 1838 
einig e w eitere Gemälde in Wien ein, Landschaftsansichten, religiöse Darstel- 
lung en, Genr esz enen und V eduten, desgleichen die eine oder ander e Skulp- 
tur. 10 Der Direktor der kais erlichen Gemäldega l er ie, Peter Krafft, nahm die 
Werke ins Inv entar auf und integ rier te einen Gr oßteil davon in die Schau- 
s ammlung der Moder nen Schule, die sich damals im zweiten O bergescho ss 
des Schloss es befand. Dem Galeriefüh r er von 1850 11 ist zu entnehmen, dass 
neben den Arbeiten der Künstler der österreichischen Erblande auch Gemäl- 
de der bedeutendsten Maler des Königreichs Lombardo-V enetien zu sehen 
waren, worunter Andrea App iani 12, Pom peo Calvi 13, Do menico Induno 14, Giu- 
seppe Molteni 15 und Giusepp e Di otti 16 zu nennen sind und eben Michelang e- 
lo Grigoletti und Francesco Hayez. Von den Skulpturen, die laut Galerieführer 
in den Rondellen des Erdgeschosses präsentiert w urden, sind die Arbeiten 
von Innocenzo Fraccaroli 17, Benedett o Cacciatori 18, Gaeta no Monti 19 und 
Democrito Gandolfi 20 aufgrund ihrer herv orragenden Qu alität beso nders her- 
vorzuheben. 
Die Situation dieser Sammlung sollte sich nach dem Zusam menbruch der 
Habsburgermonarchie rigoros ä ndern. Während die i talienisch en Bildhau- 
erarbeiten nach 1918 im Inventar der Kunstkam mer des Kunsthistorischen 
Museums v erblieben, wur den die italienischen Gemälde der Österreichi- 
schen Galerie im Belvedere übergeben. Dort sollte eine Gruppe von Werken 
schließlich ein besonderes Schicksal er eilen. Auslöser dafür war Polyhymnia, 
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Abb. 3: Luigi Sabatelli, Die­V etreibung­ 
Heliodors­aus­dem­T empel, undatiert, Öl auf 
L einwand, 240 × 375 cm, Belvedere, Wien, 
Inv.-Nr. 3762 © Belvedere, Wien 
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Abb. 4: Angelo Inganni, Straßenansicht­ 
aus­Mailand,­im­Hintergrund­der­Dom, 1844, 
Öl auf Leinwand, 97,5 × 82 cm, Belvedere, 
Wien, Inv.-Nr. 7827 © Belvedere, Wien
	        
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