Full text: Katalog der VI. Ausstellung

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SAAL II. 
518. Pfcilcrhänger. Auf Goldlackgrund im Relief zwei chinesische 
Weise unter Bambus. 
519. Bildtafelaus Shibuichi, mit verschiedenfarbigen Gold-, Silber-, 
Kupfer-, Shakudo- und Shibuichireliefs und Tauschierungen. 
Auf einem von Schlingpflanzen umsponnenen Matsubaum 
Rabe und Kranich bei aufgehender Sonne. Künstler: Otake 
Tokukuni. 
520. Rundes wulstförmiges Gefäss zum Aufbewahren des Räucher 
werkes. Auf lichtblauem Untergrund in Felder geteilte orna 
mentale Verzierungen mit den Zeichen für „Glück und langes 
Leben”. 18. Jahrhundert. 
Wohl der jüngste unter allen japanischen Kunstzweigen 
ist der des Zellenschmelzes, der gegen Ende des 16. Jahrhun 
derts von China aus Eingang fand. 
Das Centrum der Zellenschmelzarbeiten ist bis auf den 
heutigen Tag Nagoya in Owari, obzwar Kyoto und Tokyo in 
den letzten Decennien wenn auch nicht in quantitativer Hin 
sicht, so doch hinsichtlich der Qualität ebenso Bedeutendes, 
wenn nicht Hervorragenderes leisteten. 
Die zu emaillierenden Gefässe bestehen meist aus Kupfer, 
oftmals versilbert oder vergoldet. 
Nachdem auf die Aussenfläche die Verzierungen mit Blei 
weissfarbegezeichnetwurden,befestigt der Arbeiter vermittelst 
eines Klebestoffes dünne Messingstreifen darauf, die er mit 
einer Zange nach Bedürfnis vorher biegt. Die zellenbildenden 
Streifen werden an den Berührungsstellen mit einer breiigen 
Lotmasse bestrichen, die man über Kohlenfeuer zum Schmel 
zen bringt. 
Nun sind die Zellen bereit, die pulverisierten, zu einem fei 
nen Brei hergerichteten farbigen Gläser und sonstigen Farb 
stoffe aufzunehmen. Sobald die Schmelzfarben trocken sind, 
wird das Gefäss in einem Muffel dem ersten Brande ausge 
setzt, wobei die Farbstoffe sehr schwinden und vielfach Ver 
tiefungen entstehen, die dann neuerdings ausgefüllt werden 
müssen, bevor der zweite Brand stattfindet. 
Nach diesem erfolgt das erste Abschleifen und Polieren, 
ein abermaliges Ausfüllen rissiger oder brüchiger Stellen, 
hierauf ein dritter, ja oftmals sogar ein vierter Brand. Nach 
diesem Verfahren wird das Gefäss endgiltig abgeschliffen und 
poliert. 
521. Rundes Becken, auf drei Messingfüssen stehend, mit einge 
buchtetem messingenen Rand. Pflanzen auf grünem Grund. 
Auf dem Rand Shishins in Feldern, zwischen denselben 
blühende Mumezweige. 17.—18. Jahrhundert. 
522. Kuchenschale mit Fuss. Pfauen zwischen Blumenranken. 
Auf dem Fuss steht das Schriftzeichen für Bambus. 17. bis 
18. Jahrhundert. 
523. Theekanne mit Griff und Deckel an Kette. Blumenranken 
und stilisierte Wolken auf grünem Grund. 18. Jahrhundert. 
524. Fruchtschale. Blumen und Vögel auf blauem Grund. Oben 
und unten ornamentale Einrahmung.
	        
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