Full text: Das Wiener Portrait in der ersten Hälfte des XIX. Jahrhunderts

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o schöner Lebensführung die Sitte einbürgere, das Haus mit den Bildnissen o 
o seiner Bewohner zu schmücken. □ o 
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§ IV. o 
§ □ Es darf gesagt werden, daß Alt»Wien dieser beiden Momente nicht o 
o ermangelte, deren das Porträt zu seiner Blüte bedarf. Rascher als sonst im o 
o neunzehnten Jahrhundert vollzog sich hier der Umschwung zum Realismus, o 
o Zwar forderte auch bei uns der Klassizismus seine Opfer, und die Träume o 
o nazarenischer Romantik verschleierten manches helle Auge. Aber diese o 
o Kämpfe und Ziele wurden außerhalb des engen Kreises, den Maler und o 
o Literaten bildeten, wenig beachtet. Das starke, erdenfroher Lebensart ent/- o 
o springende Kunstverlangen der wienerischen Bevölkerung stand damals o 
o einem urwüchsigen Realismus weit näher. Ihre Kunst war die der Veduten» o 
o maler, die Land und Leute lebendig zu schildern wußten; waren die voll o 
o Entzücken von Hand zu Hand gereichten Blätter, auf denen bald schwarz, o 
o bald koloriert, jedoch immmer gleich sicher beobachtet, Wiener Volks-' o 
o typen festgehalten sind; waren schließlich die illustrierten Zeitschriften, o 
o in denen zumal Theaterenthusiasten die rührendsten und lustigsten o 
o Szenen der letzten Komödie noch einmal genießen konnten. Aus dieser o 
o Gesinnung, die in der Kunst vor allem der Reflex der Wirklichkeit inte» o 
o ressierte, ging das Genrebild hervor, sie ergibt, ins Geniale vertieft und o 
o gesteigert, Ferdinand Georg Waldmüller. Und wie das ästhetische o 
o Moment des Realismus, so ist auch das soziologische einer bestimmten o 
o gesellschaftlichenVerfassungvorhanden. Das Alt wiener Bürgertum brachte, o 
o von öffentlichen Geschäften ferngehalten, durch die Vorschriften des Poli» o 
o zeistaates nach außen beengt, die Freuden des häuslichen und geselligen c 
o Lebens zu ungeahnter Entfaltung. Der patriarchalische Verkehr innerhalb o 
o der Familie, der gefühlsselige zwischen Freunden und Liebenden machte o 
o das Bildnis zu einem oft gegebenen, gern empfangenen Beweis der Zunei' o 
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