Full text: Vincent van Gogh

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g KLEINES VADEMEKUM FÜR DIE BESU- ° 
I CHER DER VAN GOGH-AUSSTELLUNG g 
g § 
o Die Kunst ist auf keinem anderen Wege zu finden, als auf ihrem eigenen, g 
o Nur indem man es versucht, sich der Welt mit dem Interesse des o 
o Künstlers gegenüberzustellen, kann man dahin gelangen, seinem Ver-- g 
o kehr mit Kunstwerken denjenigen Inhalt zu geben, der sich einzig und g 
o allein auf die Erkenntnis des innersten Wesens künstlerischer Tätigkeit o 
§ gründet. FIEDLER, g 
o g 
o Das Leben der Erkenntnis besteht in einem beständigen Suchen nach o 
o dem unerschütterlichen Boden der Wahrheit; die endgiltige Beruhigung o 
o bei irgend einem Erreichten würde ihr Tod sein. Und auch den sicht- o 
o baren Besitz der Welt können wir auf keine andere Weise prüfen g 
o und uns immer von neuem erringen, als durch das Sehen selbst; kein o 
o anderes sinnliches Mittel kann uns dazu verhelfen, kein Tasten, kein o 
o \7agen, kein Messen, noch irgend ein Fühlen, Denken und Erkennen, o 
§ Q FIEDLER, o 
o o 
o Dem Maler scheint die sichtbare Natur überall vorzuarbeiten, durch- o 
o aus sein unerreichbares Muster zu sein; eigentlich ist aber die Kunst g 
o des Malers so unabhängig, so ganz a priori entstanden, wie die Kunst g 
o des Musikers. Der Maler bedient sich nur einer unendlich schwereren g 
o Zeichensprache, als der Musiker; der Maler malt eigentlich mit dem g 
o Auge; seine Kunst ist die Kunst, regelmäßig und schön zu sehen, g 
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