Full text: Honoré Daumier 1808 - 1879

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§ scheinen und das wirklich existiert. Um unsere Begeisterung für Daumier zu 
§ verstehen, muß man den Maler kennen, den Schöpfer rembrandtischer Leim 
° wände, jener zahllosen michelangelesken Croquis, jener grandiosen Aquarelle, 
g Dinge, neben denen die vielbeklatschten Aktualitäten doch nur wie Bastarde 
° neben den echten Kindern ihres Vaters erscheinen, 
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° Nur verschwindend wenige von seinen Zeitgenossen haben diesen Meister 
§ begriffen, nur Künstler den Künstler. Er starb, ehe seine Stunde ge* 
° schlagen hatte, und es bedurfte jener großen ästhetischen Umwälzung, die 
g noch während seiner letzten Jahre einsetzte, daß seine Sprache verständlich 
g werden und Widerhall finden konnte. Erst als eine Kunst sich durchgesetzt 
g hatte, die in der Konzentration ihre Bedeutung suchte, die den Impuls, den 
g elementaren persönlichen Ausdruck dem Gegenständlichen, die das plastische 
Symbol dem stofflich Greifbaren gegenüberstellte, wurde auch für Daumier 
g das Organ geschaffen wie für Delacroix. Wie für die besten und unabhängigsten 
seiner Generation ein volleres Verständnis erst im Laufe dieser Entwicklung, 
g im Zusammenhang mit dem Siege des Impressionismus möglich wurde, so 
g erlebte auch Daumier, als letzter, seine Wiedergeburt erst nach seinem Tode. 
Er hat mit der neuen Kunst so viel und so wenig zu tun, als die anderen, 
g aber er verdankt diese Wiedergeburt Augen, deren Kunstgefühl an Manet und 
g Degas, und noch an Cezanne, Lautrec, van Gogh sich gebildet hatte." 
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Wir wollen diesen Ausführungen nicht mehr und nicht weniger hinzufügen, 
als daß wir, die zum erstenmal außerhalb Frankreichs vereinten repräsem 
tativen Bilder von Daumiers gemaltem Oeuvre derW^ürdigung unserer Künste 
freunde übergeben. Den Sammlern, deren liebenswürdiges Entgegenkommen 
unser Unternehmen ermöglichte, sei der verbindlichste Dank ausgesprochen. 
§ H. O. MIETHKE 
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