Full text: 120 der hervorragendsten Gemälde alter Meister [Altdorfer - Murillo] (Band 1, 1892)

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PARIS BORDONE. 
Geboren: Treviso, 1500 oder 1501; gestorben: Venedig-, 19. Jänner 1570. 
EINE JUNGE FRAU. 
IORDONE. ein hervorragender Schüler Tizians, der seinem Lehrer, besonders in der 
Zeit, da der Meister den grossartigen Realismus pflegte, wie er in dem Tode des 
heil. Petrus Martyr zu Venedig bewundert worden ist, sehr nahe kam (was in seinem 
Bilde des Fischers vor dem Dogen in der Akademie zu Venedig deutlich hervortritt), gefiel sich 
auch in der Darstellung porträtartiger weiblicher Figuren, denen er einen besonderen Reiz zu 
verleihen wusste. Gewöhnlich sind es stattliche Blondinen, voll Schönheit und Würde. Die kaiserliche 
Gemäldegalerie besitzt zwei der schönsten dieser Darstellungen. Es sind junge Frauen, welche ebenso 
sehr durch den Reiz der warmen lebendigen Carnation, als durch die geschmackvolle Gewandung 
und den Adel der Erscheinung angenehm und gefallsam wirken. 
Das Bild, welches hier reproducirt erscheint, ist jenes, welches im grossen Kataloge der 
Galerie die Nummer 89 führt. Die junge, schöne, volle Frau steht am Putztische und stützt ihren 
entblössten rechten Arm auf ein Schmuckkästchen, indem sie mit der linken Hand die aufgelösten 
langen Haare zum Theil in die Höhe hebt. Ihr blassrothes Kleid ist an der Brust tief ausgeschnitten, 
die weissen Aermel vermitteln sehr glücklich die drei verschiedenen hellen Roth, des Gesichtes, der 
Haare und des Gewandes, während ein gleichmässiger dunkler Grund die ganze lichte Gestalt 
wirksam hervorhebt. 
Das Bild ist auf Leinwand gemalt, 111 Cm. hoch, 83 Cm. breit Kniestück. 
Beide Bilder kommen im Prager Inventar vom Jahre 1718, Nr. 359, vor: 
fio-uren von Bordon.« 
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»Zwei Weibs-
	        
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