Full text: 120 der hervorragendsten Gemälde alter Meister [Altdorfer - Murillo] (Band 1, 1892)

FRANS FRANCKEN (II.) 
Geboren: Antwerpen, 1581; gestorben: daselbst, 6. Mai 1642. 
HEXENSABBATH. 
as Wirken der Malerfamilie Francken oder Francks erstreckte sich über ein Jahr 
hundert hinaus, man ist aber nicht im Stande, in allen Fällen den verschiedenen 
Verwandtschaftsgrad der einzelnen Familienglieder sicherzustellen. Der bedeutendste 
von diesen ist ohne Zweiei der in der kaiserlichen Galerie mit sechs Bildern vertretene Frans 
Francken (II), der Sohn und Schüler des Frans Francken (I) Heresthal, geb. 1542, gest. in Antwerpen 
3. October 1616, welcher ein Schüler des Frans Floris war. Sein Sohn, unser Frans, lernte 
zwar bei seinem Vater, ging aber dann nach Italien und liess sich, zurückgekehrt, gleich den 
meisten der niederländischen Künstler jener Zeit von Rubens beeinflussen. 
Er war sehr vielseitig und die Wahl seiner Gegenstände schloss keine Richtung aus. 
Unter den Hexengeschichten, die er auch neben kirchlichen Darstellungen malte, ist unser 
Hexensabbath als eines der interessantesten Bilder bekannt. 
Unter freiem Himmel in einem wirren Durcheinander von Gespenstern und Erscheinungen, 
hat sich eine Anzahl von Hexen zu einer Verschwörung versammelt; einige junge Frauen werden 
in die Mysterien dieser Versammlung eingeführt, denn Francken verbindet mit dem Begriff einer 
Hexe durchaus nicht nur die Hässlichkeit, Gemeinheit und das Alter, die Hexen sind nach ihm in 
allen Schichten der Gesellschaft vorhanden, und er zeigt uns junge hübsche Frauen, die sich ent 
kleiden, um eine Zeit lang Hexen zu sein, und durch den Rauchfang zu fliegen. 
Wie das alles erreicht werden soll, wird durch allerlei Spuk wahrnehmbar, für dessen Er 
findung es einer regen Phantasie bedarf. Ob die verschiedenen Beschwörungsformeln, die vielfach an- 
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gebracht sind, in der Flexenpraxis eine Bedeutung haben, oder nur willkürliche sinnlose Sprüche 
bilden, kann dahingestellt bleiben, ebenso wie, ob sie der Maler in irgend einem Zauberbuche ge 
funden, oder selbst erfunden hat. 
Das Bild ist signirt links unten in der Ecke. 
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Es ist auf Holz gemalt 56 Cm., hoch, 83 Cm. breit
	        
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