Full text: 120 der hervorragendsten Gemälde alter Meister [Altdorfer - Murillo] (Band 1, 1892)

GIORGIO BARBARELIA genannt GIORGION E. 
Geboren: wahrscheinlich Castelfranco: 
estorben: Venedig, 1511. 
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DIE DREI MORGENLANDISCHEN WEISEN. 
|ur Zeit als Giorgione in Venedig in die Schule des Giovanni Bellini eintrat, tauchten 
in der Lagunenstadt neue Anschauungen über die Art der Lösungen der malerischen 
Aufgaben auf. Man fing an poetischer zu empfinden und die erfassten Ideen durch, 
modernere, complicirtere Formen auszudrücken. Alles, was zur Steigerung des Eindruckes beitragen 
konnte, wurde angewendet. Die Geberde, das Costume, die landschaftliche Zuthat und die Beleuch 
tungseffecte wurden reicher und mannigfaltiger. 
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Dieser neuen Strömung, die im XVI. Jahrhunderte stärker anzuschwellen begann, schloss 
ja er gab ihr selbst einen stärkeren Impuls, indem er Alles verwerthete, 
was nach seiner Anschauung zur Steigerung der beabsichtigten Wirkung beitragen konnte. Dass 
er indessen die alten Ueberlieferungen respectirte, erweist sich aus seinen Werken. Für das voll 
kommene Gestalten der landschaftlichen Zuthaten hatten wohl schon vor ihm Bellini, Carpaccio, 
Antonello und Cima viel gethan, aber Giorgione wusste in dieser Beziehung seinen Bildern einen 
so hohen Reiz zu verleihen, wie man ihn bisher nicht gekannt hatte. 
Giorgione’s phantasievolles Empfinden und das Bestreben, seinen Werken poetischen Inhalt 
zu geben, Hess ihn zuweilen in eine schwer verständliche Mystik gerathen, und manche seiner 
Bilder haben heute noch, den Gegenstand betreffend, keine sichergestellten, allgemein angenom 
mene Titel. 
sich Giorgione an 
Unser schönes, berühmtes Bild in der kaiserlichen Galerie war ursprünglich, als 
1525 im Besitze des Senators Taddeo Contarini in Venedig befand, unter dem Namen der drei 
Philosophen bekannt. Später im XVII. Jahrhundert in der Sammlung des Erzherzogs Leopold 
Wilhelm, nennt es das Inventar von 1659: »eine Landschaft, und drei Mathematiker, die Himmels 
höhe messend«. In der Stallburg in Wien aufgestellt, hiess es: »Die drei Weisen aus Morgenland « 
und noch später wurde es: »Die drei Feldmesser« und »Die drei Astrologen« genannt. 
Dem Anonimo bei Moretti S 64 zufolge, soll das Bild zu jenen gehören, welche 
Giorgione’s Schüler Sebastiano del Piombo nach des Meisters Tode vollendet worden sind; aber 
es zeigt keine Spur von solcher nachträglichen Ergänzung, und ist in Empfindung und Technik 
wie in einem Zuge ausgeführt. 
Es ist auf Leinwand gemalt, 122 Cm. hoch, 142 Cm. breit. 
Es ist gestochen von S. Troyen, hoch 20 Cm., breit 29-6 Cm. (Teniers Theatr. pict.) — 
K. Ponheimer, hoch io'2 Cm., breit 13 Cm. (S. v. Pergers Galeriewerk.) 
breit 3 Cm. (Stampart und Prenner.) 
mäldegalerie.) 
es sich 
von 
Radirt, hoch i # 6 Cm., 
W. Unger, hoch 23*5 Cm., breit 19-1 Cm. (k. k. Ge-
	        
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