Full text: Galerie des 19. Jahrhunderts im Oberen Belvedere

Nordfront, die durch zwei Geschosse reichende Kapelle im Südostturme und 
ein freskengeschmückter Saal im Erdgeschoß, westlich an die Sala terrena 
stoßend, erhalten. 
In dem zweiten Stockwerk des Schlosses ist nichts von dem ursprünglichen 
Bestand erhalten. Durchgreifende Veränderungen für Galerie und Wohnzwecke 
seit dem 18. Jahrhundert haben jeden Rest aus der Bauzeit zerstört. 
Der queroktogonale Raum des Nordwestturmes in weißem Stuckmarmor 
mit vergoldeter plastischer Dekoration zeigt als Wandgliederung zwischen 
den Fenstern keilförmige Pilaster, die über dem Abschlußgesims als Bänder 
in die Kuppel emporgeführt sind. Das Oktogon des Nordostturmes, ein 
Spiegelsaal mit reichster Vergoldung, faßt das funkelnde Licht der Raum: 
dekoration in der Kuppel mit dem von Putten mit Blumenkränzen umkreisten 
Gemälde Francesco Solimenas »Aurora« zusammen. Die Kuppel der Schloß- 
kapelle trägt ein Fresko Carlo Carlones, der Altaraufbau ein Gemälde Francesco 
Solimenas mit der Darstellung der Auferstehung Christi. 
Alle Säle des Hauptstockwerkes, bis auf vier in neuerer Zeit auch der 
Höhe nach verkleinerte Räume an der Westseite des Schlosses — je zwei 
an der Nord: und Südfront — und bis auf den vor der Kapelle liegenden 
Saal mit einer Rocailledekoration aus der zweiten Hälfte des 18. Jahr- 
hunderts haben die ursprüngliche Stuckdekoration ihrer Decken aus der Werk- 
statt Santino Bussis erhalten. Szenen aus dem antiken Götterleben füllen große 
figurale Mittelmedaillons mit ornamentaler Umrahmung, zu denen in einigen 
Räumen figurale Eckmedaillons treten. Nur die drei großen Säle der Nordfront 
zwischen dem Marmorsaal und dem Spiegelkabinett tragen in die flache Decke 
über der Stuckumrahmung eingelassen große Ölbilder von Jacopo del Po mit 
reichbewegten Siegesallegorien, die Gemälde der beiden ersten Säle signiert: 
G. DEL PO F., das des Eckraumes: JACOBVS DEL PO AC®“ ROM“ F. 
Der Freskenschmuck des Saales im Erdgeschoß ist das gemeinsame Werk 
Gaetano Fantis und Carlo Carlones. Fanti malte an die Wände Säulennischen 
mit Durchblicken in Architekturausschnitte und die Balustrade über den Stich- 
kappen der kuppeligen Wölbung; Carlone das Figurale: die rotbraunen, gold- 
gehöhten Medaillons der Wände mit den Darstellungen Apollos und Daphnes, 
Zeus’ und Antiopes, Dianas und Aktaeons und die Gruppen der im blauen 
Himmel schwebenden Götter an der Decke: Apollo und Aurora, die Dämonen 
der Finsternis vertreibend und Dianens ruhende Nymphen aus dem Schlummer 
weckend, und die Frauengruppen an den Stirnseiten der Deckenwölbung, die 
Musik und Astronomie an der Eingangswand, die Malerei, Plastik und Archi- 
tektur gegenüber symbolisierend. 
XI
	        
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