Full text: Galerie des 19. Jahrhunderts im Oberen Belvedere

  
  
KI E S LI N G LEOPOLD KIESLING, geboren 8. Oktober 1770 in Schönleben (Oberösterreich), 
gestorben 26. November 1827 in Wien. Widmete sich zuerst dem Tischlerhandwerk 
und erhielt erst nach 1790 den ersten Unterricht durch den Bildhauer Straub. Später lernte er an der 
Akademie unter Martin Fischer und kam durch die Bemühung des Kurators der Akademie Grafen Philipp 
Cobenzl als Pensionär nach Rom, wo er neun Jahre blieb und in Beziehung zu Canova trat. 1810 kehrte 
er nach Wien zurück. 
183. MARS UND VENUS MIT AMOR. Der nackte, jugendliche Gott mit Helm und 
Sandalen, den Mantel über dem rechten Arm, umfängt die sich an ihn schmiegende Göttin, 
die in der Linken einen Lorbeerzweig für den Geliebten hält. Amor trägt das Schwert, dessen 
Gurt Mars umfaßt. 
Carrara-Marmor. Höhe 2:22 m. Bezeichnet auf der Sockelplatte: LEOP. KISSLING: FECIT. ROMA. 
MDCCCVINI. Die Gruppe wurde anläßlich der Vermählung Napoleons mit Maria Louise im Auftrag Kaiser 
Franz’ I. in Rom 1810 vollendet und war in der Belvederegalerie und später im Kunsthistorischen Museum 
aufgestellt. Das Sockelrelief mit der Darstellung »Venus zeigt dem Mars ihre von Diomedes verwundete 
Hand« von Johann Nepomuk Schaller, Kat.- Nr. 323. Übernommen aus der Sammlung für Plastik und 
Kunstgewerbe, 1923. (Abb. S. 86.) 
KLEN GEL JOHANN CHRISTIAN KLENGEL, geboren 5. Mai 1751 in Kesselsdorf bei 
Dresden, gestorben 19. Dezember 1824 in Dresden. Zuerst Buchbinderlehrling, 
wurde er auf Hagedorns Veranlassung Schüler der Dresdener Akademie. 1790 unternahm er eine Reise 
nach Italien und kehrte, 1792 nach Dresden zurück, wo er 1800 Professor an der Akademie wurde. 
184. ITALIENISCHE HERBSTLANDSCHAFT. Über den olivgrünen Wiesen und der 
rostbraunen Felsenlandschaft in lichtem Blau der Abendhimmel mit violettgrauem Gewölk, 
gegen den Horizont goldorange verfärbt. 
Leinwand. Höhe 0:65 m, Breite 090 m. Bezeichnet links unten: Klengel f 1803. Widmung des Grafen 
Anton Lamberg-Sprinzenstein an die Gemäldegalerie der Akademie, 1821. Leihgabe der Gemäldegalerie 
der Akademie, (Abb. S. 88.) 
KLIEBER JOSEF KLIEBER, geboren 1. November 1773 in Innsbruck, gestorben 11. Januar 
1850 in Wien. Besuchte zunächst die Innsbrucker Zeichnungsschule und lernte bei 
seinem Vater, dem Bildhauer Urban Klieber. Kam 1792 an die Wiener Akademie als Schüler von Fischer 
und Zauner und wurde 1814 Direktor der Medailleur- und Graveurschule. 1845 legte er sein Amt nieder. 
185. BÜSTE DES ERZHERZOGS KARL mit drapiertem Mantel über dem antiken Panzer. 
Auf dem Sockel das in Silber getriebene erzherzogliche Wappen. 
Marmor. Höhe 0:66 m. Entstanden 1842. Eine Bleistiftstudie in der Albertina, wo die Büste seit 1843 
aufgestellt war. Übernommen aus der Albertina, 1923. (Abb. S. 232.) 
186. HERME DER CERES mit Ährenschmuck im Haar. 
Marmor. Höhe 0:56 m. Aus der Werkstatt des Künstlers. Erworben 1923. (Abb. S. 162.) 
187. HERME DER FLORA mit Blumenschmuck im Haar. B 
Marmor. Höhe 0:56 m. Aus der Werkstatt des Künstlers. Erworben 1923. (Abb. S. 162.) 
KLINGER MAX KLINGER, geboren 18. Februar 1857 in Leipzig, gestorben 4. Juli 1920 
in Leipzig, Schüler von Gussow an der Karlsruher (1874) und seit 1875 an der 
Berliner Akademie. In den Achtzigerjahren in Brüssel, Paris und München tätig. 1888 bis 1892 in Rom. 
Dann dauernd in Leipzig. 
188. DAS URTEIL DES PARIS. Vor dem hellen blauen Himmel und dem blauen Meer, 
der braunvioletten Felsenlandschaft und dem grünen Buchenhain mit gelben und roten Blumen 
das farbige Mosaik der Säulenterrasse über blauem Gebälk: auf niederem, mit violettem Tuch 
überdecktem Bronzesitz Paris von Hermes begleitet. Die drei Göttinnen vor ihm: Hera nackt, 
Pallas Athene, bis zu den Hüften mit goldbraunem Mantel bekleidet, die Haare lösend, und 
Aphrodite Blumen haltend über dem vor der Brust emporgenommenen braunroten Gewand. 
Am Rahmen drei polychromierte Gipsreliefs: in der Mitte Eris, in der Muschel vom blauen 
Tuche halbverdeckt den geldenen Apfel emporhaltend, an der Brüstung die Schlangen der 
Zwietracht; unter dem links rahmenden Bildfeld mit weiblicher Herme ein grinsender Satyr- 
XLII
	        
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