Full text: Europäische Malerei im 19. Jahrhundert - Ausstellung in der Wiener Hofburg

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setzen sich mit dem Problem des Sonnenlichtes über Wald und 
Wasser auseinander. Daneben ist die Maler-Bruderschaft der 
Nazarener mit Kupelwiesers „Hl- Drei Königen“ und dem 
„Gang Mariens über das Gebirge“ von Führich vertreten. 
Saal V (1826-1833) 
Dies ist der ehemalige Audienzsaal, in dem Begebenheiten aus 
dem Leben Kaiser Franz’ I. von Peter Krafft dargestellt sind. 
In einem schlichten Realismus werden diese zeitgenössischen 
Ereignisse auf monumentalen Wandbildern erzählt. Dabei ist 
der Horizont weit in die Höhe gerückt, um möglichst viel 
Platz für die Handlung zur Verfügung zu haben. Neben ihrer 
künstlerischen Bedeutung sind diese Bilder vor allem als Zeit 
dokumente interessant. 
Saal VI (um 1825-1845) 
Dieser enthält gleichfalls Bilder aus den so fruchtbaren 
dreißiger Jahren. Die Bildnisse: Den bis zum äußersten vor 
bildgetreuen Bildnissen Waldmüllers steht das Damenbildnis 
Amerlings, das sich mehr an das Schönheitsideal der Zeit 
anlehnt, gegenüber. Die „Junge Frau“ Corots ist kein Porträt 
im eigentlichen Sinne, obwohl wir den Namen der Dargestell 
ten kennen. Den Künstler interessieren weder ihre individuellen 
Züge noch der Schönheitstypus der Zeit. Sein Motiv ist einfach 
die Sitzende im Innenraum. Für ihn geht es um Probleme der 
Farbe und des Lichtes, um die Harmonie des Graubraun, 
Rosa, Weiß, Rot und Braun. Die Farben sind breit und 
kräftig hingestrichen, im Gegensatz zur glatten und klein- 
teiligen Malweise der Deutschen und Österreicher. — Noch 
interessanter ist ein Vergleich der Landschaften von Gauer 
mann, Loos, Waldmüller und Rottmann mit Corots „Nemisee“. 
Ihr gemeinsames Interesse ist die sonnenbeschienene Land 
schaft. Die Biedermeiermaler stellen das Spiel des Lichtes auf 
den Objekten durch Veränderungen des Farbtones dar, ohne 
daß die Substanz merklich verändert wird. Corot hingegen 
breitet zwischen die dunklen, rahmenden Bäume des Vorder 
grundes und die fernen Ufer ein Medium von Dunst und Licht, 
unter dem man die Umrisse der Hügel nur mehr ahnen kann. 
— Die „Mutterliebe“ von Danhauser vertritt die Genremalerei 
des Biedermeiers, das „Rosenstück“ und das „Rebenumrankte 
Fenster“ von Waldmüller das Stilleben der Epoche. Das Wein 
laub wird durch die darauffallenden Sonnenstrahlen fast 
transparent.
	        
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