Full text: Europäische Malerei im 19. Jahrhundert - Ausstellung in der Wiener Hofburg

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wird durch diese Farberkenntnis erneuert: Bunte Pinselstriche 
bilden das Weiß bei Monets „Koch“. „Die Fischer an der 
Seine“ desselben Künstlers sind in dem grünlichen Ton, der 
über einem von Wiesen gesäumten Fluß liegt, gehalten; ein 
Beispiel für die neue Einheit von Objekt und Licht. Auf dem 
Gebiet des Porträts verwirklicht Manet diese Einheit in dem 
Pastellbildnis einer Dame. — Halten die Impressionisten im 
allgemeinen die flüchtige Erscheinung des Lichtes fest, so er 
hascht Degas die Bewegung in verblüffenden Bildausschnitten. 
Saal XI (um 1870-1890) 
Neben den Impressionisten gibt es Künstler, deren Quali 
täten in anderer Richtung liegen. Da sind Romako, Schuch, 
E. J. Schindler und Keller. Schuch teilt uns die Lichtverhält 
nisse durch die Farbwahl mit — das Sonnenlicht auf der 
Waldlichtung durch das Goldgelb im Grün der „Waldland 
schaft bei Purkersdorf“ — und baut seine Kompositionen aus 
regelmäßigen Pinselstrichen auf, wie vor allem in dem großen 
Stilleben. Können wir Schuchs Bedeutung irgendwie formal 
umschreiben, so liegt Romakos Eigenart im Seelischen. Es 
drängt etwas in ihm nach außen, das er immer wieder neu zu 
gestalten sucht. Wir können dem am ehesten näherkommen, 
wenn wir bemerken, daß bei dem „Fischerkind“ mit der 
Harmonie von Blau, Braunschwarz und Orange die toten 
Fische mit ihrem phosphoreszierenden Schein der lebendigste 
Teil des Ganzen sind. Oder, daß das idyllische „Gasteiner Tal“ 
in einem eigenartigen Giftgrün gehalten ist und daß zum Bei 
spiel die Seehelden von Lissa als einzigen Halt im grauen 
Qualm der Schlacht ein zerbrechliches Geländer und das 
Steuerrad haben, das sich dreht! — Für E. J. Schindler ist die 
späte Parklandschaft bei Plankenberg mit den zwei Mädchen, 
die im silbrigen Gegenlicht eingebettet sind, charakteristisch. 
Die „Dampfschiffstation bei Kaisermühlen“ mit dem Wieder 
aufklingen jeder Farbe in der anderen gehört zu seinen male 
risch bedeutendsten Werken. 
Saal XII (Vitrinen) 
In den Vitrinen sind kleinformatige Bilder und Studien aus 
gestellt, die die Zeitspanne von der Romantik bis zum Im 
pressionismus umfassen: von Agricola, Dahl, Daffinger, Eybl, 
Navratil, Schwind, Busch.
	        
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