Full text: 82. Ausstellung der Secession - Die führenden Meister der französischen Kunst im neunzehnten Jahrhundert. Veranstaltet vom Verein der Museumsfreunde in Wien

  
aber. döch ‘über die Grenzen des Malbaren hinaus und so wurde sein Leben, wie 
das so vieler Künstler, eine stille Tragödie. ; 
Seurat (1859 bis 1891) ‚vereinfachte die Methode Monets- zu einem Mal- 
rezept. Er setzte die reinen Spektralfarben‘ nach. den Gesetzen des Komplementär- 
problems in Punkten und Flecken: nebeneinander. (Pointillismus), womit er das - 
Schwingen ‚der Luft und der Farben gleichsam an der Wurzel packte. Noch 
bedeutungsvoller ist sein Zurückgreifen auf den Parallelismus, der in der orintali- 
schen Kunst eine so bedeutende Rolle spielt und durch den oft Millet seine Gruppen 
monumental aufgebaut hatte. 
Signac (* 1865, lebt in Paris) nahm die Lehre Seurats auf; bildete sie, 
ehrfürchtig vor der Natur arbeitend, weiter aus, immer bestrebt, der Fläche: durch 
die Farbteilung eine größere Beweglichkeit. zu geben. In zählreichen Aufsätzen 
suchte er der Lehre auch theoretisch einen festen Boden zu sichern, indem er zum 
Beispiel nachwies, daß schon Constable und Delacroix’ bei der Wahl der Färben 
nach gleichen Grundsätzen vorgegangen waren. 
Degas (* in Paris 1834, + daselbst 1917) hielt sıch von den Impressiönisten 
ferne, kann aber zu ihnen gezählt waren. Seine Zusammenhänge mit der Tradition 
sind deutlicher — hatte er doch viel im Louvre kopiert — aber durch seine Vorliebe 
für die Darstellung des zuckenden Lebens steht er ihnen nahe. Zolas Romane 
inspirierten damals viele Maler, Aus seinem I’ Assommoir nahm Degas die ,,Wäsche- 
rinnen‘; denen er eine ganze Serie widmete. Dann: stellte‘ er, wie Gericault, Wett- 
rennen und all das bunte Leben auf dem Turf dar. Er bringt. Balletteusen in selt- 
samen, oft häßlichen Bewegungen, er sucht dem Trivialen. etwa ‚bei der Toilette 
einer Frau: einen. Zauber abzugewinnen — oder vielleicht reizt ihn gerade diese 
Verneinung ‘aller herkömmlichen Schönheit. Es liegt etwas Grausames: darin, wie 
er die animalische‘ Seite . der 'menschlichen Natur: hervorhebt. Auch er ist durch 
japanische: Holzschnitte angeregt‘ worden, besonders die Courtisanenbilder von 
Outamaro und. Kiyonaga. ; : 
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