Full text: XCII. Ausstellung der Vereinigung bildender Künstler Wiener Secession - schwedische Kunst

  
        
  
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Man kann sich eine Kunstausstellung in verschiedener Art und 
Weise aufgebaut denken. Man kann eine begrenzte Epoche wählen, man 
kann einige wenige Künstler je mit größeren Kollektionen vorstellen, es 
kann eine Propagandaausstellung für eine gewisse mehr oder weniger 
moderne Richtung angeordnet werden. Nichts von alledem habe ich die 
Oberhand gewinnen lassen. Der Plan ist vielmehr darauf ausgegangen, 
den Eindruck zu geben, wie ein Mäzen, ein national veranlagter Kunst- 
freund sein Heim schmückt, wie er sich mit Kunstwerken umgibt, die 
er während der letzten vierzig Jahre gesammelt hat. 
Ohne den Anspruch zu erheben, daß diese Sammlung eine voll- 
ständig repräsentative, retrospektive Kollektion bilden soll — dazu wäre 
ja ein Museum mit dessen Sammlungen und Lokalitäten notwendig — 
wage ich doch die Hoffnung auszusprechen, daß man bei dem Studium 
der ausgestellten Werke Kunstwerke finden kann, die für gewisse Perioden 
charakteristisch sind und daß man auch die Möglichkeit erhalten wird, 
die Entwicklung oder den Einfluß, der zu dem nationalen oder indivi- 
duellen Ausdruck in der schwedischen Kunst geführt hat, zu verfolgen. 
Um einen Auftakt in dieser Richtung zu geben, ist eine kleine Gruppe 
von Gemälden aus den achtziger Jahren als Einleitung gedacht. Die da- 
mals zu hause gebliebene Jugend, die noch nichts von den Ausserungen 
des französischen Impressionismus gesehen hatte, schuf ihren eigenen 
Impressionismus, daß sie, wie es auch anderwärts der Fall war, sich mit 
ihrer großen Leinwand direkt der Natur gegenüberstelltez aus diesem 
offenen, freien Atelier wuchsen die künstlerischen Persönlichkeiten, Auch 
manche von den Älteren wurden von dieser Freude des Freilichtstudiums 
ergriffen und „schmissen“ die Lehren der älteren Atelierschulen hin; so 
kam zum Beispiel Gustaf Rydberg, einer der vornehmsten „Ateliermei- 
ster“ Schwedens plötzlich mit wunderbaren, lichtgesättigten Küstenbildern 
von Südschweden. Axel Lindman teilte seine Interessen zwischen fran- 
zösischer und schwedischer Natur und Carl Skanberg konzentrierte sich 
auf venezianische Gegenstände mit Sonne auf farbenfrohen Segeln und 
Kanalpalästen. Wie ein lebenspendender Windhauch kamen die elegant 
ausgeführten, Iuftig und sonnig gegebenen Gemälde von Carl Larsson 
aus Grez sur Loing (Frankreich). Die immer frischen Werke des Meisters 
zusammen mit dem was Zorn, Liljefors und Ernst Josephson in die Hei-
	        
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