Full text: XCII. Ausstellung der Vereinigung bildender Künstler Wiener Secession - schwedische Kunst

mat sandten, inspirierten die Jugend zu fortgesetzten selbstständigen Studien, 
Beispiele aus dieser Periode zeigen wir durch Arbeiten von den genannten 
Künstlern und von J. Krouthen, Carl Träghardh, Gottfrid und Frau 
Gerda Kallstenius, A. Schultzberg, W. Behm, Alfred Bergström etz. Einen 
Weg für sich suchte und fand S. K. H. Prinz Eugen, als er sich nach 
einigen Jahren Studien in Paris in den eigenartigen Charakter und die 
Stimmungen der schwedischen Landschaft vertiefte. Die Kunst des Prinzen 
Eugen wird in Schweden als etwas von dem nationalsten innerhalb der 
schwedischen Malerei betrachtet. Stockholm und seine Umgebungen haben 
in Prinz Eugen einen außerordentlich feinen Beobachter. Er war der 
Erste, der in einem Gemälde mächtig und dekorativ das Stockholmer 
Schloß dargestellt hat, wie es sich in einer halbdunklen Sommernacht 
dominierend über dem Wasser erhebt, das aus dem Mälarsee strömt. Und 
Dämmerungsstunden mit den weißen Schärendampfern Stockholms auf 
der Fahrt gegen die Stadt, Hafenbilder mit Schleppkähnen, die Fabriken 
der Vororte, alles Motive von ungesuchter Einfachheit, haben in der 
Malerei des Prinzen Eugen einen ebenso wahren wie Iyrischen, musika- 
lischen Ausdruck gefunden. 
Die Künstler Zorn, Larsson und Liljefors sind ohne Zweifel so be- 
kannt in Wien, daß es überflüssig erscheint, in diesem Zusammenhang 
näher auf ihre Tätigkeit einzugehen. Der Lebenslauf der beiden ersteren 
wurde leider, wie es auch mit Ernst Josephson der Fall war, allzufrüh 
unterbrochen. Aber unser unersetzlicher Meister Bruno Liljefors weilt 
noch unter uns. Lange ist sein Name über die Welt hinaus gegangen, 
und ertönt wie ein Hornlaut aus Wäldern und von Jagdpfaden. Die 
Erwähnung seines Namens bringt die Ideenassoziation mit Bildern von 
den Felsen und Brandungen der Meeresküste, wo Adler und Eider, 
Wildschwäne und Albatrosse sich auf windgefüllten Flügeln erheben. 
Dieser weitsehende Meister steht immer noch in ungebrochener Schaf- 
fenskraft, noch Kunstwerke gebend, die vollständig vergleichbar sind mit 
den Werken aus den Inspirationszeiten seiner Jugend, 
An der Wende des Jahrhunderts waltete in Schweden ein auffal- 
lender Enthusiasmus für heimatliche Motive. So wurde zum Beispiel 
die Motivenwelt der entfernten Gegenden entdeckt. Die Schneemalerei, 
die schon in den achtziger Jahren ihre begeisterten nationalen Repräsen- 
 
	        
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