Full text: CII. Ausstellung der Vereinigung bildender Künstler Wiener Secession - mit Kollektionen, Oberbaurat Leopold Bauer, Professor Rudolf Jettmar, Maler Franz

  
nannte den Herren daher spontan den Betrag, der 
dafür aufgewendet worden war; er betrug nur 
wenig über ein Prozent der Gesamtkostensumme 
des Baues. Gleichzeitig fügte ich die Bitte an Herrn 
Stadtrat Breitner hinzu, er möge auch bei anderen 
Bauten der Gemeinde Wien in ähnlicher Weise 
Maler heranziehen und von vornherein ein Prozent 
der Bausumme für künstlerische Ausschmückung 
präliminieren lassen. 
Wie ich schon vorhin erwähnte: ein Hundertstel 
der Nationaleinkünfte würde genügen, um die 
bildende Kunst vor dem Verdorren zu schützen 
und die Entstehung einer neuen monumentalen 
Malerei ermöglichen. Denn das Talent hiezu 
ist da! Wie der Funke in dem Stein schlummert 
und nur der Anregung bedarf, um hervorzusprühen, 
so schlummert auch das Talent in unseren Künst- 
lern und bedarf nur einer Möglichkeit, sich zu ent- 
wickeln. Alles, was die Malerei aus dem Staffelei- 
bild machen konnte, haben wir in bunter Aufein- 
anderfolge in den letzten Jahrzehnten gesehen. 
Die Kunst benötigt nunmehr frischer An- 
regungen, um neue Wege beschreiten zu 
können. Zu allen Zeiten gesunder Kunst- 
entwicklung war es die Beschäftigung mit 
Wandmalerei, aus der sich die Künstler 
neue Impulse holten. 
Wien-Hacking, 
im Dezember 1928 
LEOPOLD BAUER 
16 
 
	        
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