Full text: Kollektiv-Ausstellung Egon Schiele

    
   
Dominieren der Überlieferung. Er war da mehr mit sich, 
es störten ihn nicht die Augen, die sich gern an imposante 
Leinwanden hängen, er durchtränkte den schmalen Raum 
ganz mit Ich in kühner, befreiter Handschrift und brauchte 
niemandem Rechenschaft zu geben. So sah das Mittel aus, 
fieberhafte Augenblicksvisionen festzuhalten und der langsam 
reifenden Reflexion zu bewahren, auf daß sie in epochalen 
Erzeugnissen, die die Summe vielen Einzelgeschehens ziehen, 
ihre Auferstehung feiern, Kaum aber gewinnt die „Zeichnung“ 
die Bedeutung wie bei Schiele, wenn nicht zur genialen 
Konzeption ein fabelhaftes Handhaben des Stiftes tritt, das 
jedes in wahnsinniger Hast Geschaute weißglühgend in Kontur 
umsetzt. Dabei ist Schiele gegeben, was ein anderer durch 
mühsames Studium nicht erreicht. Empfinden für anatomische 
Korrektheit bis in die unscheinbarsten Naben und Buckel eines 
Gliedes. Was für den Laien übertrieben, ist höchste Richtig- 
keit und Wahrheit, durch die Erwählung zum Behälter psychischer 
Tatsachen geadelte Geometrie. Es gehört schon zum Genie, 
daß höchste technische Vollendung unwillkürlich mitgeht, wo 
man den Eindruck bloßen Ringens mit Geistigem hat. Sobald 
ihm das Erlebnis des Gedankens Bewußtsein wird, ist auch 
schon die Richtung der materiellen Formung (Farbe, Graphik, 
Plastik) angedeutet und für solche Formung kommt nur vom 
Ursprung aus geklärte Materie in Betracht. Sieht der Laie in 
der Materie eines Kunstwerks Fehler, so lege er sie der 
Unvollkommenheit des eigenen Sehapparates zur Last und 
nicht dem Künstler. 
Im Kunstwerk, das auf zeitlose, nie aufhörende Wertung 
Anspruch erhebt, herrscht gebändigter Kampf, in Rahmen 
gebrachter Dualismus. Die Architektur ließ sich auf dem 
Höhepunkt ihres Daseins, in Gotik und Barock, von diesem 
Gedanken leiten, er durchzieht als roter Faden die Kette aller 
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