Full text: 243. Ausstellung – Oesterreichischer Kunst-Verein in Wien – Oktober 1873

  
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10. 
dem kaiserlichen Sänger. Die übrigen Senatoren jedoch, darunter jener mit 
der Pergamentrolle, den Nero zu seinem Vorleser erniedriget hatte, blicken 
mit Scham und zornfunkelnden Augen auf das Bacchanal und lassen bereits 
eine drohende. Verschwörung ahnen, Auch die trotzigen germanischen 
Krieger auf den Stufen des Palastes wenden sich mit Abscheu von der 
wüsten Scene ab. © 
; Nero’s: Lüste sind ‚gesättigt. ‚Um, dem ‚Feste. ein prächtiges Ende zu 
geben, verwandelt er die weiten Strassen vor den Marmortreppen in einen 
Richtplatz für die christlichen. Märtyrer; welchen. er den Brand Rom’s zur 
Last’ gelegt. Petrus, wird an’s Kreuz geschlagen und Kriegsknechte sind 
eben beschäftigt, es aufzurichten, so. dass das Haupt des-A postelfürsten nach 
unten gekehrt ist.. Die neuen Anhänger, welche mit todesmuthiger Ver- 
ehrung bei ihm ausharren, tragen das’jüdische Gepräge, während Griechen 
sich um den Heidenapostel Paulus schaaren. Dieser hat. voll Fenereifer 
seine Stimme gegen die Gräuel erhoben, die auf der Terrasse vorgehen, 
während ein Lictor bereits das Richtbeil gegen ihn hervorzieht und ein 
Scherge einen Geiselstrick gegen 'den, Jüngling schwingt, welcher Gerech- 
tigkeit und Schonung fordert. Links im Vordergrunde ist ein Bekenner des 
Christenthums, in Thierfelle gekleidet, an,einen Pfahl gebunden, wo er mit 
Pech, bestrichen, sammt ‚anderen Leidensgenossen später als, brennende 
Fackel zur Verherrlichung des Festes leuchten soll; die Gattin hebt ilım 
das Kind zum letzten Kusse empor. Andere Christen verharren in dumpfen 
Schmerz und in Trauer versunken. Einige Mädchen weisen erregt nach den 
Stufen aufwärts, wo eine der Ihrigen, um sich zu retten, zu den halbnackten 
Götzendienerinnen hineilen will, doch von plötzlicher Scham ergriffen inne- 
hält und sich zu verhüllen SUCHE 
Das Christenthum seiner geistigen Grösse, der sittliche Ernst der im 
Vordergrunde des Gemäldes; sich abwickelnden Vorgänge ist zur schwel- 
gerischen Selbstvergötterung des entarteten Heidenthums, in ergreifenden 
Contrast gesetzt. Während das Heidenthum, welches uns der.Meister mit 
seiner ganzen Formenpracht in üppigster Lebensfülle .vor. Augen führt, 
seine Orgien-feiert, gehört die Zukunft bereits dem werdenden Leben des 
jungen Christenthums. 
Oelgemälde, ; 
Baudin N. Ritter von, in Antwerpen. Das Portrait der Tarte: Oelbild. 
Verkäuflich, 
Streitt Franz in München. Studienkopf. Oelbild .... .. .fl.1806ö, W. 
Lintz Friedrich in Haag. Eine beschwerliche Wahl. Oelbild ...fl.'300 ö. W. 
Lintz Ferdinand in Haag. Der-erste Schritt. Oelbild. . .. 1.150656. W. 
Hermann N. in Wien, Nachtlandschaft. Oelbild ... .. ‚fl. 300 5. W. 
Friedrich Waldemar in Weimar. Streifzüge im Loiret (Frankreich): Oelbild. 
\ 60. Friedrichsd’or. 
Castan Eduard in Paris. Zeitvertreib. Oelbild , .... ... 400 Thaler, 
Minigerode Ludwig in Wien. Die eifrige Leserin. Oelbild . . . Verkäuflich, 
Sandradt A. von, in Berlin. Röschen und ihr Spielgefährte. Oelbild, 
20 Friedrichsd’or, 
  
  
  
 
	        
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