Full text: Michael von Zichy Abend-Ausstellung – December 1878

  
üppiges Weib, gezeichnet mit dem Stempel der Verlornen, folgt, ebenfalls 
schwebend, seiner luftigen Spur Sie selbst ein Dämon, der Lustteufel in 
weiblicher Form, lockt und verlockt den jungen Mann, der über das am 
Boden liegende Weib und Kind weg, mit verhülltem Antlitz ihr blindlings 
nachstürzt, dem Verhängniss entgegen. Dies die einzelnen Motive und 
Bestandtheile der weitläufigen Composition.« — 
Dieser ausführlichen Beschreibung kommt nur noch Weniges hinzu- 
zufügen: ; 
Sämmtliche Gruppen und einzelnen Figuren erhalten ihre Beleuchtung 
oder doch Streiflichter aus einer gemeinsamen Lichtquelle, aus dem flam- 
menden Glorienscheine, welcher die im Hintergründe auftanchende ideale 
Silhouette Christi, des Friedenbringers, umstrahlt. Diese, den Frieden nach 
den wilden Kämpfen des Krieges und der menschlichen Leidenschaften-ver- 
kündende Heilands - Erscheinung. bildet gleichsam den Brennpunkt, von 
dem das strahlenförmige Licht über das ganze Bild sich ergiesst, Der 
Dämon selbst kniet anf einer dunklen, Gewitterwolke. „Dieses finstere; 
| Gewölk mit. allen gegen die linke Seite des Bildes zugedrängten Fignren 
= scheint wie von den Lichtstrahlen des Friedenbringers hinweggefegt, 
während unter den Wolken, auf welchen der Dämon sich erhebt, ein blutig- 
 rother Feuerschein grelle Reflexe bis in den dunklen Vordergrund wirft. 
Zichy könnte dieses sein Gemälde, zu dem er schon ursprünglich ein 
Gegenstück, den »Kngel des Friedens«, zu malen beabsichtigte, füglich : 
» Licht und Finsterniss« nennen. 
 
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.