Full text: 318. Ausstellung – Oesterreichischer Kunst-Verein in Wien – Mai - Juni 1882

  
Ausstollungs-Gogoenstände: 
1. Siemiradzki Heinrich in Rom. DE ; 
Die Piratenhöhle. 
Die Piraten Cilieiens waren. der Schrecken der Küsten und der Handels. 
schiffe, solange Cilieien eine syrische Provinz bildete. Sie beunrühigten selbst das | 
ägäische und jonische Meer, bis Pompejus durch seinen Sieg über die Seeräuber 
das Land in eine römische Provinz verwandelte. 
Das Gemälde Siemiradzki’s bringt einen Schlupfwinkel dieser Seeräuber des 
Alterthums zur Anschauung, eine dunkle Felsenhöhle /an.der Küste, wo sie ihre | 
Beute, geraubte Frauen und Mädchen, reiche Stoffe des: Orients und allerlei 
Werthgegenstände verbargen und verkauften. Zwei Händler haben sich‘ bereits 
eingefunden, um aus dem Ankaufe solcher Beute Gewinn zu ziehen. Der Alte 
unterhandelt wegen der beiden Frauen, von denen die eine im Boote auf abendlicher 
Meeresfahrt mit ihrem Geliebten, der jetzt in oOhnmächtiger Wuth seine Bande zu 
zerreissen sucht, aufgegriffen wurde, während die zweite‘ im Mittelgrunde: der | 
Höhle von einem Räuber ihrer Kleidung beraubt wird, um ebenfalls als‘ Selavin | 
verkauft zu werden. Der Führer der Piraten hört mit höhnischem Lächeln auf’das 
für den Werth seiner Waaren zu geringe Anbot. Zur Rechten im Vordergrunde 
beobachtet ein junger Händler im phrygischen Costume die Scene, um sich eben- 
falls an dem Kaufe zu betheiligen. Im Hintergrunde bringen Matrosen Elfenbein | 
und neue Waaren aus dem Piratenschiffe. 
Oelbild. Auf der internationalen Ausstellung in Mel- 
bournedurchdie goldeneMedaille ausgezeichnet. Verkäuflich, 
2. Wimmer Rudolf in München. Portrait Ihrer kaiserlichen Hoheit der durchl. 
Frau Erzherzogin Gisela. Oelbild, 
. Kray W. in Wien. Nixen, einen Fischer neckend. Oelbild. 
- Kray W. in Wien, Rückkehr vom Blumenfeste. Oelbild. ; 
5. Gatteri Josef L. in Triest. Der Ursprung des Carnevals. Episode aus 
dem sogenannten „Narrenfeste“ im Mittelalter. (Sowie im alten Rom die 
Diener für einen Tag die Rolle ihrer Herren spielen durften, so war es bei 
der Faschingsfeier des Mittelalters, welche von den alten Saturnusfesten 
herrührte , später aber im XVI. Jahrhundert in wahre Volksorgien aus- 
artete und mit dem Kirchenbanne belegt wurde, den Laien gestattet, 
Kirchengebräuche und die Funetionen der Geistlichkeit nachzuäffen, Solche 
Scenen spielten sich daher sogar in den Kirchen ab. Spuren finden sich noch 
heutzutage in Spanien und Sieilien.) Oelbild , «5 1.100058: Wi 
Sn 
6. Fichel E. in Paris. Lecture. Oelbild. 
7. Ebert Anton in Wien. Italienerin, Oelbild !.. Ha 1 800:0 Mi 
8. Lier A. in München, Landschäft. Oelbild. Verkäuflich. 
9. Orfei O0. in Bologna. Die neueste Acquisition des Kunstfreundes. Oelbild. 
fl. 750 ö. W. 
10. Flers & Decamps in Paris, Niederländische Landschaft. Oelbild, 
11. Ransonnet E., Frh., in Wien. Am Ganges. Oelbild ....... fl. 400 5. W. 
12, Lossow H. in München. To und Jupiter‘ Oelbild. .... ., ..... Mark 1000. 
  
  
 
	        
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