Full text: Auctions-Katalog Gemälde moderner und alter Meister aus mehreren Collectionen: 39. Vereinsjahr - 374. Ausstellung ; Oesterreichischer Kunst-Verein Wien

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Kduard Grützner: „Bei Hochwürden zu Tische«. Hochwürden, der mit dem blühen- 
den Mädchen anstösst, um aus grünschimmerndem Römer auf ihre Gesundheit zu 
trinken, seine beiden geistlichen Gäste und der weltliche, welcher nach Kleidung 
und Haltung wohl der fröhlichen Malergilde angehört, sind in ihrer Verschiedenheit 
ergötzliche Verkörperungen voll und gesund pulsirender Lebenslust. Schalkhafter 
Humor kichert uns aus den Perlen der modernen italienischen Malerei, der schalk- 
haft dargestellten Scene »Dolce occupazione« von Antonio Rotta und aus dem 
etwas lüsternen, aber mit höchster Eleganz in Zeichnung und Farbe vorgetragenen 
Cabinetsstück »Wein, Weib und Gesang« von Vinea entgegen. 
Das launige Sittenbild »Mama hat’s. Tanzen erlaubt« von E. Spitzer ist 
in London und New-York ebenso Tausenden durch Reproductionen aller Art eine 
Augenfreude geworden, wie in München, Wien und Berlin. Passini’s Aquarell 
‚Italienisches Mädchen«, Lenbach’s weibliches Bildniss in Pastell, Rudolf A 1t’s 
»St. Giorgio bei Venedig« und dessen »Ramsau« hat man gelobt, indem man 
sie nennt. - 
Von Franz Adam bis zu Ernst Zimmermann und M. Zügel sind vor- 
nehmste Lieblinge der Gemäldesanmler durch werthvolle Schöpfungen vertreten, 
so die Feinmaler Anton Seitz und W. Velten; von dem trefflichen August von 
Perıtenkofen, dessen herben Verlust wir jüngst zu beklagen hatten, findet sich 
enes seiner stimmungsvollsten Bilder: „Vorposten im Walde , in der Sammlung. 
Alle diese Bilder sind übrigens so vielfach besprochen, dass wir uns ein näheres 
Eingehen sparen und nur betonen wollen, dass sie wie »der Geschäftsfreund« von 
E. Zimmermann und »„Heimtrieb bei heranziehendem Gewitter« von Zügel an- 
erkanntermassen zu den gelungensten Schöpfungen der genannten Meister gehören 
und diese in su Vvollgiltiger Weise repräsentiren, wie etwa die energisch wild 
bewegte Reiterscene »Kampf um die Standarte« den genialen polnischen Maler 
Josef Brandt, oder das durch drastische Gegenständlichkeit packende Gemälde 
„Estnischer Kıng« den ausgezeichneten Düsseldorfer Sittenmaler Georg Boch- 
mann, oder endlich die heitere Kellerscene »Beim Weinabzichen« den liebenswürdig 
witzigen Hugo Kauffmann. 
Wo der so farbenfreudige, lautlachende Charakteristiker Andreotti ist, 
da darf auch der berühmte Lagunenmaler Ciardi nicht fehlen; zwei Meister, die 
nicht nur in, sondern auch ausserhalb Italiens gerade so gesucht sind, wie Rotta 
und Vinea. Ueberrascht waren wir in der Sammlung, auch die so werthvolle 
Compositions-Skizze des Gemäldes: »Die Schlacht bei Szereth« von Franz Adam 
wieder zu sehen, welche lange Jahre hindurch eine Zierde der Galerie Bühlmeyer 
war und eigentlich zu dem ausgeführten Bilde gehört, das sich bekanntlich in dem 
Besitze des Kaisers befindet. Unter den Thierstücken fallen zwei Gemälde von 
Friedrich Voltz und Troyon auf, 
Auch den Meistern der älteren Wiener Schule begegnen wir in der Sammlung, 
so Fendy, Ranftl, Waldmüller u. s. w., und da möchten wir besonders auf ein durch 
1. bensvolle Aehnlichkeit, bequeme Anordnung und sorgfältige Durchbildung meister- 
liches Portrait des Clavierfabrikanten Graf von Danhäuser und auf das Bildniss 
Bauernfeld’s von Am erling hinweisen. 
Das so feinfühlig in Farbe und Charakteristik durchgebildete Aquarell von 
Peter Fendy wird wohl ebenso seine Bewunderer finden, wie die in der Kraft der 
Counception und in der Energie des Vortrages den Stempel des Meisters Canon 
tragende Tuschzeichnung »Eberjagde. 
  
   
  
  
  
  
  
 
	        
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