Full text: Katalog der XXXII. Jahres-Ausstellung in Wien

IV. Der Reichel-Künstlerpreis, welcher von dem 
verstorbenen k. k. Feldkriegsregistrator Josef 
Benedikt Reichel gestiftet wurde und in diesem 
Jahre für zwei Maler und zwei Bildhauer oder 
Medailleure im Betrage von je K 3200.— zur 
Verleihung gelangt. 
Die vom Professorenkollegium der k. k. Akademie 
der bildenden Künste in Wien zu vollziehende 
Zuerkennung der ausgeschriebenen vier Reichel- 
Preise wird auf den in den Monaten März, 
April und Mai des Jahres 1905 in Wien statt 
findenden nennenswerten Kunstausstellungen vor 
genommen werden. 
Nach dem Wortlaute der Stiftungsurkunde vom 
17. Mai 1808 soll dieser Preis: 
»Den Künstlern in den k. k. Erblanden, und zwar dem 
jenigen Maler (Öl- und Miniaturmaler), wechselweise auch 
demjenigen Bildhauer (dessen Werk mag eine Statue oder 
Gruppe oder halberhabene Arbeit sein) und Medailleur, 
welcher in der Abbildung oder Ausführung eines Gegen 
standes, dessen Wahl dem Künstler freisteht, nach ein 
stimmiger Erkenntnis der Akademie die Leidenschaften 
und Empfindungen der Seele am meisterhaftesten aus 
drückt, oder, dafern sich nicht immer Künstler fänden, 
die sich im ausdruckvollen historischen Fache vorzüglich 
auszeichnen sollten, auch demjenigen Maler, was immer 
für einer Gattung, oder Bildhauer oder Medailleur erteilt 
werden, welcher in dem Teile seiner Kunst etwas besonders 
Vorzügliches und Meisterhaftes, wodurch er sich von 
anderen gewöhnlichen Künstlern seines Faches aus 
zeichnet, hervorbringen wird.« 
Unter »Künstler in den k. k. Erblanden« versteht 
die Akademie solche Künstler, welche in den 
k. k. Erblanden wohnen und künstlerisch wirken. 
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